Risikoanalyse und Bewertungsmethode
Bei der Entwicklung einer zeitgenössischen Risikobewertung, welche sowohl das deutsche Risikomodell in Anlehnung an Nohl als auch das Bewertungsmodell nach Keith G. Still beinhaltet, stand die Maßgabe im Vordergrund, dass ein sehr hohes Schadensausmaß und ein sehr wahrscheinliches Eintreten besonders zu bewerten sind. Dabei gliedert sich die Risikomatrix in das Schadensausmaß (entlang der x-Achse) und die Eintrittswahrscheinlichkeit (entlang der y-Achse) auf. Beide Faktoren sind in 5 quantitative Bewertungen unterteilt.
Risiko mittels Bewertungsprozess
Risikowert 1 bis 8: unproblematisch
Risikowert 9 bis 17: akzeptables Restrisiko
Risikowert 18 bis 25: problematisch
Schadenswahrscheinlichkeit
sehr wahrscheinlich (5): Wird häufig auftreten. Schadeneintritt wird stattfinden.
erhöhte Wahrscheinlichkeit (4): Wird öfter auftreten. Mit Schadeneintritt muss gerechnet werden.
wahrscheinlich (3): Eintritt des Schadensereignisses ist wahrscheinlicher als das Ausbleiben.
unwahrscheinlich (2): Das Ausbleiben des Schadensereignisses ist wahrscheinlicher als sein Eintritt.
sehr unwahrscheinlich (1): Mit dem Schadenseintritt ist nicht zu rechnen.
Ausmaß
sehr hoch (5): Möglicher Tod eines Besuchers oder mehrerer Besucher.
hoch (4): Schwere, irreversible Verletzungen oder Erkrankungen von Besuchern.
mittel (3): Mittlere, reversible Verletzungen oder Erkrankungen von Besuchern.
gering (2): Kleine Verletzungen oder Erkrankungen von Besuchern.
vernachlässigbar (1): Keine Verletzungen oder Erkrankungen von Besuchern.
Im Gegensatz zur klassischen Ermittlung der Risikokennzahlen mittels Multiplikation, orientiert sich die Risikomatrix nach Berte zwar an einer Produktbildung, jedoch werden diese qualitativ eingeschätzt. Bei der klassischen Multiplikation ergeben sich bei einer 5 x 5 Matrix zwangsläufig lediglich vier Werte, welche eindeutig sind. Dies sind die Werte 1, 9, 16 und 25. Alle anderen Werte tauchen mehr als einmal auf und sind dementsprechend als uneindeutig zu bewerten, da sie dasselbe Produkt aufweisen.

Bewertungsprozess
Für die Risikoanalyse und die damit verbundene Lesbarkeit würde eine Gefährdung mit einem sehr unwahrscheinlichen Ereigniseintritt, aber einem sehr hohen Schadensausmaß gleich dargestellt und behandelt werden wie eine Gefährdung mit einem sehr wahrscheinlichen Ereigniseintritt und vernachlässigbarem Schadensausmaß. Eine derartige Bewertung ist in der Praxis jedoch nicht der Fall, da beide Risiken mit unterschiedlichen Maßnahmen und dazugehörigen Prozessen verbunden sind. Aus diesem Grund sind in der Kennzahlenermittlung des Risikos alle Risiken einer eindeutigen Risikokennzahl zugeordnet.
Kategorie
Der ermittelte Risikowert aus der Risikomatrix fließt anschließend in eine Analyse mit unterschiedlichen Faktoren ein. Die Kategorisierung ist i.d.R. mit keinen risikomindernden oder risikoverstärkenden Faktoren verknüpft und dient der Zuweisung primärer Maßnahmen:
bauliche Maßnahmen
technische Maßnahmen
organisatorische Maßnahmen
personelle Maßnahmen
Gefährdungstendenz
Viele Risiken sind nicht mittelbar oder direkt mit einem Personenschaden verbunden, können jedoch weitere Gefahren wie Panik oder unkontrollierte Menschenmassen auslösen. Damit diese Risiken adäquat bewertet werden können, ohne das Schadensausmaß zu manipulieren, werden Gewichtungen in Form von Gefährdungstendenzen verwendet. Diese Gefährdungstendenzen sind mit einem mathematischen Faktor verknüpft und werden mit der Risikokennzahl multipliziert.
geringe Gefährdungstendenz
normale Gefährdungstendenz
hohe Gefährdungstendenz
sehr hohe Gefährdungstendenz
Einflussfaktor
Mithilfe von Einflussfaktoren lassen sich die Risiken einer Ereigniszeit oder eines Ereignisorts zuweisen. Diese Einflusfaktoren sind an die DIM ICE Analyse von G. Keith Still angelehnt:
Einlass
Anlass
Auslass
Sie können um beliebige weitere Einflussfaktoren ergänzt werden: Betrieb, Ausstellung, Sozialräume, Verkehrswege, Nebenflächen, Hauptflächen, etc.
Wird als Ereigniszeit bzw. Ereignisort der Einlass für die Bewertung der Gefährdung identifiziert, so wird ein schwach verstärkender Faktor mit der Risikokennzahl multipliziert. Die Erhöhung begründet sich durch die nicht komplett beherrschbaren Einflüsse beim Einlass sowie durch das Auftreten von erhöhten Personendichten. Ist als Ereignisort der Anlass, also zeitlich betrachtet während der Veranstaltung, identifiziert, so bleibt der Faktor 1,0 und entspricht einem neutralen Parameter. Tritt die Gefährdung und das damit verbundene Risiko vermutlich zum Auslass ein, wird die Risikokennzahl auch hier mit einem verstärkenden Faktor (höher als beim Einlass) multipliziert. Die Begründung für diesen Faktor ist die Gefahr der abnehmenden Aufmerksamkeit des Personals sowie die Intention der Besucher, das Veranstaltungsgelände schnellstmöglich zu verlassen.
Einflussfaktoren wie Betrieb, Ausstellung, Hauptflächen, etc., die den ausschlaggebenden Grund für den Besuch einer Örtlichkeit oder eines Gebäudes darstellen, sollten einem neutralen Parameter zugewiesen sein.
Bewertung vor und nach Maßnahmen
Nach der individuellen Bewertung der Risiken mittels Kategorie, Gefährdungstendenz und Einflussfaktor erhält man einen Risikowert vor Maßnahmen. Dieser wird mithilfe präventiver und repressiver Maßnahmen reduziert. Das Ergebnis ist der Risikowert nach Maßnahmen.
Fallbeispiel
eve risk GmbH
Die bekannteste Implementierung der Risikomatrix und der damit verbundenen Bewertungsmethode wurde im sog. SAVIOR PRO Verfahren der eve risk GmbH umgesetzt und im Rahmen des EVE Event Risk Management Assistant programmiert.
Im Rahmen meiner Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter und Ingenieur der eve risk GmbH habe ich die Entwicklung seit der Version V1.0 und die Weiterentwicklungen des SAVIOR PRO Verfahrens maßgeblich vorangetrieben sowie die damit verbundenen Projektphasen geleitet.

SAVIOR PRO Verfahren
Das SAVIOR PRO Verfahren ist für die Risikoanalyse komplexer Veranstaltungen und Versammlungsstätten entwickelt worden. Das Verfahren bietet die notwendige Unterstützung bei der Risikobewertung von Gefährdungen nach Schadenswahrscheinlichkeit (S) und Ausmaß des Schadens (A). Aus dem vereinfachten Verständnis einer Gefährdungsbeurteilung werden bei der Risikoanalyse häufig einfach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß miteinander multipliziert. Die Folge: Informationsverlust und fehlende Eindeutigkeit. Die EVE Matrix (basierend auf der Risikomatrix nach Berte) ist für mehr Präzision und eine eindeutige Bewertung der Risiken entwickelt worden. Den fünf Schadenswahrscheinlichkeiten stehen genau fünf Ausmaße des Schadens gegenüber. Daraus ergeben sich exakt 25 vorläufige Risikoeinschätzungen (V). Diese können durch ihre individuelle Risikobewertung (I) und die organisatorische Risikobewertung (O) positiv oder negativ beeinflusst werden. Hier hilft ihnen das TOP EVE Prinzip. Denn TOP EVE bedeutet: Sie können die Einflussfaktoren Technik, Organisation und Produktion (TOP) aus der Gefährdungsbeurteilung und die Ereigniszeiten bzw. Ereignisorte für jede Gefährdung einzeln berücksichtigen. Erst Ihre individuelle und organisatorische Bewertung ergibt den Risikowert (R).

Listenansicht
Innerhalb der Listenansicht finden Sie alle Gefährdungen Ihres Projektes in einer tabellarischen Übersicht. Neben Funktionen wie dem Hinzufügen neuer Gefährdungen, lassen sich bereits eingetragene Gefährdungen intuitiv bearbeiten oder löschen. Beschreibungen oder Kommentare sowie Erläuterungen können Sie durch ein einfaches Mouse-Over einsehen. Die integrierte Druckfunktion ermöglicht Ihnen eine vollständige und sichere Dokumentation.

Metamatrix
Die EVE Matrix stellt Ihre Gefährdungen übersichtlich mit allen Informationen nach dem TOP EVE Prinzip dar. Innerhalb der Matrixansicht lassen sich die ausführlichen Beschreibungen oder Kommentare und Gefährdungen auf einen Mouse-Click einsehen. Die Metamatrix lässt sich mit der integrierten Druckfunktion als PDF-Datei exportieren und eignet sich durch den intuitiv verständlichen, grafischen Aufbau sehr gut für Ihre Unterlagen oder als Aushang im Produktionsbüro.

Visualisierung
Der EVE Assistant erstellt eine grafische Auswertung mit der prozentualen Verteilung nach TOP und EVE. Des Weiteren wird Ihnen der Risikowert (R) vor Maßnahmen gegenüber zum Risikowert nach Maßnahmen (OP) visualisiert. Dies veranschaulicht die zu erwartende Wirksamkeit von Maßnahmen. In der grafischen Zusammenfassung werden die Risikowerte vor und nach Maßnahmen detailliert verglichen.
Digitale Souveränität: Ihre Risikoanalyse, Ihre Software
Im heutigen Marktumfeld dominieren Cloud-Abonnements und standardisierte Black-Box-Lösungen großer Tech-Konzerne. Ich vertrete einen Ansatz, der auf europäische Werte, echte Datensouveränität und Unabhängigkeit setzt: Sie mieten keine Software – Sie lassen eine passgenaue Lösung entwickeln, die am Ende zu 100 % in Ihr Eigentum übergeht.
Das Fundament: Meine geschützte Risikomatrix, Ihr System
Kern unserer Zusammenarbeit sind meine praxiserprobte Risikomatrix und der damit verbundene Bewertungsprozess. Das visuelle Konzept und die Methodik sind als eingetragenes Design beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) offiziell geschützt. Anstatt Ihnen für die Nutzung fortlaufende Lizenzgebühren zu berechnen, binden wir die Risikomatrix an ein konkretes Beratungsprojekt: Wir konzipieren eine Individualsoftware, die exakt Ihre Unternehmensprozesse abbildet. Nach dieser Einmallieferung gehört das fertige System uneingeschränkt Ihnen – ohne Vendor-Lock-in oder versteckte Folgekosten.
Ein faires Modell nach Open-Source-Prinzipien
Damit Sie maximale Freiheit genießen und mein geistiges Eigentum gleichzeitig geschützt bleibt, basieren die Nutzungsrechte für das DPMA-geschützte Design auf drei einfachen, partnerschaftlichen Regeln:
1. Volle interne Souveränität: Sie besitzen die Software und dürfen das Design uneingeschränkt für Ihre eigenen Unternehmenszwecke nutzen und anpassen. Lediglich eine Kommerzialisierung (z. B. der Weiterverkauf als eigenes Software-Produkt an Dritte) ist ausgeschlossen.
2. Gemeinsame Weiterentwicklung: Ganz im Sinne des Open-Source-Gedankens profitieren wir voneinander. Wenn Ihr Team die geschützte Benutzeroberfläche oder Methodik für Ihre Zwecke weiterentwickelt und optimiert, fließt dieses Wissen partnerschaftlich an mich zurück, sodass ich dieses Wissen im Rahmen meiner Beratung ebenfalls nutzen kann.
3. Transparente Urheberschaft: Die Herkunft der Methodik wird in Ihrer fertigen Software durch einen dezenten Hinweis (Risikomatrix nach Berte®) gekennzeichnet.
Implementierung und Projektleitung aus einer Hand
Als beratender Ingenieur mit langjähriger Erfahrung bilde ich die Brücke zwischen Ihren fachlichen Anforderungen und der IT. Ich schreibe den Code nicht selbst, sondern verantworte die technische Umsetzung als Projektleiter und Implementierungsingenieur.
Für die Realisierung biete ich Ihnen volle Flexibilität:
Mit meinem Experten-Netzwerk: Ich bringe ein erprobtes Entwicklerteam mit und steuere das Projekt von der Architektur bis zum erfolgreichen Rollout.
Mit Ihrem Inhouse-Team: Ich integriere mich in Ihre bestehenden IT-Strukturen, leite Ihre Entwickler an und sorge dafür, dass die Logik der Risikoanalyse exakt übersetzt wird.
Sollten sich Ihre Prozesse oder regulatorischen Vorgaben in der Zukunft ändern, stehe ich Ihnen als erfahrener Projektleiter für die methodische und technische Weiterentwicklung jederzeit wieder zur Verfügung.
